Beim Requiem von Johannes Brahms handelt es sich nicht um eine deutsche Fassung des lateinischen Requiemtextes, sondern um eine musikalische Totenfeier, die quersteht zum liturgischen Modell. Ganz im Gegensatz zur Bitte um Erlösung der Toten steht bei Brahms der lebende Mensch im Vordergrund, der Zurückgelassene, der Trauer und Leid Tragende. Er soll getröstet werden.
Die Wirkung dieses Werkes hat 1875 schon Eduard Hanslick so umrissen:
„Wer ein teures Wesen betrauert, der vermesse sich nicht, bei den überwältigend rührenden Klängen trockenen Auges zu bleiben. Aber er wird erfahren, wie stärkend der reinste Trost aus dieser Musik fließt.“
Im Gegensatz zu anderen chorsinfonischen Werken ist die Chorpartie sehr umfangreich. Sie ist auch nicht leicht. Darum beginnen wir mit den Proben bereits im Februar. Und als Einstiegsstück für jemanden, der ausprobieren möchte, ob ihm das Chorsingen überhaupt Freude macht, ist dieses Werk nicht geeignet. Wegen der streckenweise sehr hohen Sopranpartie (bis zum hohen B) behalte ich mir als Chorleiter das Recht vor, Umbesetzungen vom Sopran zum Alt vorzunehmen. Und wegen des Platzangebotes in der Marktkirche (das Werk verlangt eine große Orchesterbesetzung, die viel Raum beansprucht) müssen wir ausnahmsweise die Größe des Chores begrenzen. Die Teilnehmerinnenzahl darf im Sopran und Alt die Menge von jeweils 35 nicht überschreiten. Für die Männerstimmen sind insgesamt 30 Plätze einkalkuliert, wobei hier auch noch etwas „Luft“ ist. Bitte haben Sie für diese Maßnahmen Verständnis.
Der Neuwieder Konzertchor ist ein Projektchor, der sich einmal im Jahr für die Dauer von 4 bis 5 Monaten zu wöchentlichen Proben trifft, um ein großes Chorwerk zu studieren. Bisher standen die JOHANNES-PASSION, das WEIHNACHTSORATORIUM, ELIAS, SCHÖPFUNG, CARMINA BURANA, REQUIEM (Mozart, Fauré), MISSA DI GLORIA (Puccini), TE DEUM (Bizet), MAGNIFICAT (Bach), PETITE MESSE SOLENNELLE (Rossini) und viele andere Werke auf dem Programm.
Der Neuwieder Konzertchor, Tina Scherer (Sopran) und das Schöneck-Ensemble
führen Haydns Oraotirium DIE SCHÖPFUNG auf (20. Juni 2009).
Neuwieder Konzertchor auf Tournee
Am 20. und 21. September 2008 gab der Neuwieder Konzertchor in Bensberg und im Altenberger Dom bei Odenthal zwei Konzerte mit der "Missa brevis" des Kölner Komponisten Michael Villmow. Außerdem führte der Chor ein Arrangement von J.S.Bachs Kantatensatz "Wohl mir, daß ich Jesum habe" auf. Beide Werke wurden von Michael Villmow (Saxophon) und Gunher Tiedemann (Violoncello) begleitet. Die Leitung hatte Thomas Schmidt.
Es handelte sich diesmal um ein Doppelprojekt, d.h. um eine Probenphase mit zwei abschließenden Aufführungen, nämlich:
Sonntag, 6. Mai 2007, 10 Uhr (Musik im Gottesdienst)
Buxtehude: Jesu, meine Freude
Sonntag, 10. Juni 2007, 18 Uhr (Konzert)
Kreuzüber Bach
Kreuzüber Bach:
Michael Villmow und Gunther Tiedemann setzen in ihrem Duo neben ihren Eigenkompositionen einen Schwerpunkt auf die Musik von J.S. Bach. Sowohl die harmonische Struktur als auch der oft improvisatorische Charakter seiner Werke lassen einen Dialog mit Ausdrucksformen des Jazz zu. Dabei geht es den beiden Musikern nicht um „swingende“ Bach-Themen, sondern um den assoziativen und spielerischen Umgang mit dem Material, wobei es zu strukturell sehr dichten, aber immer auch zu augenzwinkernden Momenten kommt.
Dieser assoziative Zugang wird auch durch den Titel KREUZÜBER BACH gespiegelt, der ebenfalls zum „Spielen“ einlädt: Bach überkreuz, Kreuz über Bach, # über Bach - und nicht zuletzt das vermiedene Crossover.
Der Neuwieder Konzertchor erweiterte dieses Konzept durch die Bearbeitung des Bach-Chorals „Wohl mir, daß ich Jesum habe“ und zweier Werke von Villmow (ASCENSION und MISSA BREVIS).
Gunther Tiedemann (Cello) und Michael Villmow (Saxophon)
Bach: Kantate 93 "Wer nur den lieben Gott läßt walten"
Voraufführung (nur Krönungsmesse in einer Fassung für Solisten, Chor, Orgel und Pauken) in der St. Matthiaskirche Neuwiwed am 1.11.2006 (Allerheiligen), 9.30 Uhr
Konzert: 12. November 2006, 17 Uhr, Marktkirche Neuwied
Foto-Album (es öffnet sich ein neues Fenster) Alle Fotos von Gisela und Rainer Fritzen und von Hermann Jerusalem.
Bei den diesjährigen Aufführungen handelte es sich um ein gemeinsames Projekt des Kirchenchores St. Matthias mit dem Neuwieder Konzertchor. Darum gibt es in St. Matthias auch eine gottesdienstliche Aufführung der Krönungsmesse an Allerheiligen (1.11.) unter der Leitung von Bernd Kämpf.
Die Sängerinnen und Sänger des Neuwieder Konzertchores kommen aus vielen Chören der Umgebung, dabei bildet die Kantorei der Marktkirche den „Kern“ des Neuwieder Konzertchores.